DIS - Newsticker: +++ Restschuldbefreiung durch Frankreich-Insolvenz *Die Firmeninsolvenzen sind im 1. Halbjahr 2010 um 4,5 Prozent gestiegen. +++

Insolvenzverfahren in Deutschland

  • Ihr Unternehmen hat deutliche Gewinneinbußen und dadurch Zahlungsschwierigkeiten?
  • Sie können Ihre Zahlungsverbindlichkeiten nicht begleichen und sind sich unsicher, was Sie jetzt tun sollten?
  • Sie benötigen Hilfe bei den Verhandlungen mit Gläubigern?
  • Die Gläubiger betreiben bereits die Zwangsvollstreckung in Ihr Vermögen?


Der DIS e.V. vereinbart gern für Sie einen Termin mit unseren DIS-Vertrauensberatern. Treten Sie mit uns in Kontakt.

1. Welches Ziel verfolgt das Insolvenzverfahren?

Die zentrale Zielsetzung des Insolvenzverfahrens ist in § 1 InsO geregelt. Das Insolvenzverfahren dient vorrangig der gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubiger. Da jedoch der Schuldner wegen seiner Insolvenz in der Regel nicht in der Lage ist, sämtliche Verbindlichkeiten zu begleichen, soll die Insolvenzordnung den rechtlichen Rahmen geben, der eine geordnete Verteilung des schuldnerischen Vermögens sicherstellt. Darüber hinaus wird einem redlichen Schuldner die Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Schulden zu befreien.

2. Was sind die Gründe für die Einleitung eines Insolvenzverfahrens aus Schuldnersicht?

Für Unternehmen:

• Gesetzliche Insolvenzantragspflicht des Managements eines Unternehmens
• Schutz vor Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger
• geregeltes Verfahren zur Bewältigung der finanziellen Krise entweder durch Fortführung (Sanierung) oder Liquidation des Unternehmens

Für Privat- und Geschäftspersonen:

• keine Verhandlungsbereitschaft der Gläubiger zu außergerichtlicher Schuldenbereinigung
• Schutz vor Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger
• wirtschaftlicher Neuanfang durch Restschuldbefreiung
 

3. Wie ist der Grobablauf des Insolvenzverfahrens?

DIS | Deutscher Insolvenz Schutzring

4. Was sind wichtige Begriffe im Insolvenzrecht?

Insolvenzgründe, Restschuldbefreiung, Verbraucherinsolvenzverfahren, Insolvenzanfechtung, Insolvenzverschleppungshaftung, Insolvenzgläubiger, Insolvenzmasse, Insolvenzplanverfahren


Insolvenzgründe:

Für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens müssen Gründe vorliegen, die sogenannten Insolvenzantragsgründe. Diese sind Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Liegt bereits einer der Gründe vor, kann ein Insolvenzantrag in Betracht kommen.

Restschuldbefreiung:

Die Restschuldbefreiung kann durch gerichtliche Entscheidung im sogenannten Restschuldbefreiungsverfahren erteilt werden, wenn der Schuldner nach Abschluss des Insolvenzverfahrens noch Verbindlichkeiten gegenüber seinen Gläubigern hat. Nach einer Wohlverhaltensperiode von sechs Jahren wird der redliche Schuldner von seinen Schulden befreit. Eine solche Restschuldbefreiung ist für alle natürlichen Personen gesetzlich möglich. Bei juristischen Personen dagegen kann dies lediglich im Rahmen eines Insolvenzplans in Betracht kommen.

Verbraucherinsolvenzverfahren:

Für Privat- und ggf. auch für ehemalige Geschäftsleute gibt es die Möglichkeit eines vereinfachten Insolvenzverfahrens, dem Verbraucherinsolvenzverfahren. Wesentlicher Unterschied zum Regelinsolvenzverfahren ist, dass im Vorfeld der Antragstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei Gericht ein außergerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren stattgefunden haben muss. Das Scheitern dieses außergerichtlichen Einigungsversuches muss von einer anerkannten Stelle oder Person bescheinigt werden. Ansonsten kann ein Verbraucherinsolvenzverfahren nicht durchgeführt werden.

Insolvenzanfechtung

Nach der Insolvenzordnung ist es dem Insolvenzverwalter möglich, Vermögen, welches vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vom Schuldner weg geben wurde, wieder zur Insolvenzmasse zu ziehen und zwar durch Anfechtung des jeweiligen Rechtsgeschäfts. Mit der Insolvenzanfechtung sollen Benachteiligungen von Insolvenzgläubigern zu Gunsten einzelner Gläubiger ausgeglichen und rückgängig gemacht werden. Das Anfechtungsrecht ist eine der „schärfsten Waffen“ des Insolvenzverwalters und es wirkt auf einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren zurückliegende Vermögensverschiebungen. Der Insolvenzverwalter muss jedoch die Anfechtung innerhalb von einer 3-jährigen Verjährungsfrist seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens geltend machen.

Insolvenzverschleppungshaftung

Das Management bei Kapitalgesellschaften (GmbH/AG) hat die gesetzliche Pflicht, bei Vorliegen eines Insolvenzgrundes das Insolvenzverfahren zu beantragen. Der Antrag ist von der jeweiligen vertretungsberechtigten Person der Gesellschaft zu stellen. Die Entscheidung über die Stellung eines Insolvenzantrages muss ohne schuldhaftes Zögern, spätestens jedoch drei Wochen nach Vorliegen des Insolvenzgrundes erfolgen. Dabei ist oft juristischer Rat erforderlich, um nicht voreilig aber auch nicht zu spät seiner Insolvenzantragspflicht Rechnung zu tragen. Die verspätete Antragstellung birgt das Risiko für die Geschäftsführung der persönlichen Haftung für Schadensersatzansprüche der Gläubiger.

Insolvenzgläubiger

Die Insolvenzordnung unterscheidet nach dem Maß der Zugriffsmöglichkeiten auf Vermögensgegenstände bzw. nach dem Vorrang und der Befriedigungsmöglichkeit der Gläubiger zwischen Insolvenzgläubigern, aus- und absonderungsberechtigten Gläubigern, Massegläubigern und nachrangigen Insolvenzgläubigern. Die Insolvenzgläubiger sind dabei diejenigen Gläubiger, die zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens einen begründeten Vermögensanspruch gegen den Schuldner haben. Diese Gläubiger können mit der quotenmäßigen Befriedigung ihres Anspruchs aus der Insolvenzmasse rechnen.

Insolvenzmasse:

Die Insolvenzmasse ist das Vermögen des Schuldners, welches ihm zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gehört bzw. welches er im Verlauf des Verfahrens erlangt. Der Insolvenzverwalter nimmt das Vermögen des Schuldners in Besitz und sorgt für eine Verteilung der Insolvenzmasse unter den Gläubigern nach den Vorschriften der Insolvenzordnung.

Insolvenzplanverfahren:

Das Insolvenzplanverfahren ermöglicht eine gemeinschaftliche Befriedigung der Gläubiger abweichend vom gesetzlichen Insolvenzverfahren zu regeln. Diese Möglichkeit bietet sich nur für Unternehmer oder Unternehmen, bei denen ein Verbraucherinsolvenzverfahren nicht zur Anwendung kommt. Ein Insolvenzplan dient dem Ziel, die Sanierung von insolventen Unternehmen im Insolvenzverfahren zu erleichtern und durch ein einheitliches Verfahren zu regeln.

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| update: 26.08.2016 | Impressum | zurück | drucken | nach oben |